Ökologisch Bauen Wood Me Up © Holzbau Oettinger

Ökologisch bauen – Nachhaltigkeit leben

Was „Grüne Gebäude“ nachhaltig und ökologisches Bauen so zukunftsfähig macht

Wer heute baut, der baut auch für morgen – und das in mehrfacher Hinsicht. Moderne Immobilien sollen nicht nur lange stabil, sicher und schön, sondern auch nachhaltig sein. Einer forsa-Umfrage zufolge würden mehr als 70% der Deutschen ihren Neubau unter ökologischen Gesichtspunkten planen – denn wer heute nachhaltig baut, der muss weder auf Komfort verzichten noch enorme Mehrkosten in Kauf nehmen. Ökologisches Bauen schützt nicht nur die Umwelt, sondern ist dabei auch bezahlbar, vielseitig und schafft ein angenehmes Wohnklima.

Aber was bedeutet das in der Praxis? Was macht eine Immobilie nachhaltig und welche Vorteile bietet der ökologische Ansatz? Wir haben die wichtigsten Informationen rund um das ökologische Bauen für Sie zusammengestellt.

Was bedeutet ökologisches Bauen?

Der Ursprung des Nachhaltigkeitsbegriffs, wie wir ihn heute kennen, liegt in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit litten zahlreiche Regionen Deutschlands unter einer sich immer weiter verschlimmernden Holznot. Um ihr entgegen zu wirken, war Forstwirtschaft nötig, die anstelle von Raubbau auf eine Balance zwischen Nutzung, Bewahrung und Aufforstung setzte. Der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz (1645-1714) bezeichnete dieses Voregehen bereits 1713 als „nachhaltig“.

Auch heute gilt ein Bauobjekt als nachhaltig, wenn während seiner Nutzungsdauer die für Bau und Nutzung der Immobilie sowie für den Abbau der verwendeten Materialien verbrauchten Ressourcen regeneriert werden. Kurzum: Ökologisch ist, was nur das Nötigste verbraucht – das, was innerhalb eines realistischen Zeitrahmens von der Natur wiederhergestellt wird . Die Ressourcen, die in diese Bilanz aufgenommen werden müssen, stammen gemäß dem „Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit“ allerdings nicht nur aus der Umwelt, sondern auch aus dem Bereich der Wirtschaft und Gesellschaft:

  1. Ökologische Nachhaltigkeit beschreibt das Verhältnis zwischen der Nutzung natürlicher Rohstoffe auf der einen und der Regenerationsfähigkeit der Natur auf der anderen Seite. Um eine positive ökologische Bilanz zu erzeugen, darf ein Gebäude nicht mehr Rohstoffe in Anspruch nehmen als die Natur während der Bau- und Nutzungszeit regenerieren kann.
  2. Ökonomische Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Wirtschaftlichkeit mit Blick auf die Generationenfolge: Betreibt eine Generation zu ihren Gunsten Raubbau, steht der nachfolgenden Generation weniger Wohlstand zur Verfügung. Nachhaltige Wirtschaft verfolgt das Ziel, gleichbleibend positive Verhältnisse für alle zu schaffen.
  3. Soziale Nachhaltigkeit setzt voraus, dass menschenwürdige Lebens- und Arbeitsverhältnisse nicht nur erhalten, sondern nach Möglichkeit auch verbessert werden sollen. Sozial nachhaltig wäre etwa ein Bauvorhaben, das die Existenzgrundlage der beteiligten Arbeiter und ihrer Familien zu guten Konditionen sichert und zugleich ein harmonisches Zusammenleben in der Nachbarschaft ermöglicht.

Diese drei Wirkungsebenen der Nachhaltigkeit werden nicht getrennt voneinander, sondern als komplexes Geflecht betrachtet. Die ökologische Bauweise stellt zwar zumeist den Schutz der Umwelt in den Mittelpunkt, doch auch das harmonische Zusammenleben und die wirtschaftliche Sicherheit aller Beteiligten werden in die Planung einbezogen.

Wie kann nachhaltiges Bauen aussehen?

Um maximale Nachhaltigkeit zu gewährleisten, umfasst die ökologische Bauweise von der Planung über die Bauphase und die Inbetriebnahme bis hin zur schlussendlichen Demontage die gesamte Lebensdauer des Bauobjekts. Nachhaltigkeit, so der Anspruch an Planung und Umsetzung des Projekts, kann nicht nur auf kurze Frist gedacht werden. Ein „Grünes Gebäude“ bedarf daher stets vorausschauender Planung und einer besonders umsichtigen Umsetzung.

Natürliche Baustoffe nutzen

Bei der Auswahl der Materialien sollte deren Ökobilanz im Vordergrund stehen: Je weniger Ressourcen für Produktion, Verarbeitung und Abbau eines Baustoffs benötigt werden, desto „grüner“ ist er. Die Energiebilanz fällt bei natürlich nachwachsenden Werkstoffen besonders positiv aus, da ihre Gewinnung praktisch keine Energie verbraucht und alle Abfallprodukte biologisch abbaubar sind. Entsteht weniger Sondermüll, entlastet das die Natur ebenso wie nachfolgende Generationen, die sich andernfalls mit einem sich nur langsam – wenn überhaupt! – zersetzenden Müllberg konfrontiert sehen würden.

Die Gestaltungsmöglichkeiten ausschöpfen

Von stark isolierender Dämmung über den Verzicht auf Klimaanlagen und fossile Brennstoffe bis hin zur Montage von Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen können Sie Ihre Bauobjekte auf vielfältige Art und Weise ein wenig grüner gestalten. So können Sie beispielsweise Ihr Haus zur Sonne ausrichten, sodass in den Wohnräumen rund ums Jahr möglichst viel Sonnenlicht und natürliche Wärme zur Verfügung stehen. Darüber hinaus können Sie auch durch eine kleinere Grundfläche Ressourcen sparen. Planen Sie Ihr Bauprojekt hierfür vor allem in die Höhe oder setzen Sie auf eine Bauweise mit Holztafelwänden, die auch auf kleiner Grundfläche den Innenraum maximal ausreizt und zugleich beste Dämmeigenschaften bietet. Je kompakter der Grundriss, desto mehr Natur bleibt erhalten – oder desto mehr neuer Wohnraum kann hier entstehen.

Den Ablauf optimieren

Nachhaltiges Handeln bedeutet, nicht nur das Produkt, sondern auch den Herstellungsprozess so ressourcen- und umweltschonend wie möglich zu gestalten. Das umgebende Ökosystem aber auch die menschliche Nachbarschaft sollten daher durch die Umsetzung des Bauprojekts so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den vermeidbaren Störfaktoren zählen dabei u.a. Baustellenfahrzeuge, die Verkehrsadern verengen, aber auch die durch lange Lieferwege der Materialien und auch durch die Anfahrtswege zahlreicher Handwerker erzeugten Emissionen sowie anhaltender Baulärm. Ökologisches Bauen bedeutet daher, auf schnelle, regionale Umsetzung mit minimalem Material- und Personalaufwand zu setzen.

Warum lohnt sich ökologisches Bauen?

Wer Wert auf eine ökologische Bauweise legt, fällt diese Entscheidung zumeist aus Überzeugung, aus Verantwortungsbewusstsein dem Planeten und auch zukünftigen Generationen gegenüber. Doch auch für den Bauherren selbst birgt die ökologische Herangehensweise große Vorteile.

Wer ökologisch baut, baut schließlich auch in der Gewissheit, sich mit Materialien zu umgeben, die sich positiv auf die Lebensqualität auswirken. Natürliche Baustoffe verleihen Ihrer Immobilie nicht nur eine wertige Optik, sondern auch eine ganz besonders gemütliche Atmosphäre. So schafft ökologischer Holzbau u.a. durch die wärmedämmende Wirkung des Werkstoffs Holz auch bei sommerlichen Temperaturen für ein angenehmes Raumklima. Zugleich ermöglicht die ressourcenschonende Bauweise erhebliche Ersparnisse in Bezug auf Material-, Personal- und Heizkosten. Eventuelle Mehrkosten für Planung, Bau und ggf. auch Zertifizierung Ihres ökologischen Bauvorhabens können sich so innerhalb kurzer Zeit amortisieren.

Aus all diesen Gründen erklärte die Landesregierung von Baden-Württemberg erst 2018 den Beginn einer neuen Holzbauoffensive. Unter dem Motto „Nachhaltiges Bauen für die Zukunft“ soll dem nachhaltigen Holzbau im Privaten ebenso wie in der Wirtschaft und auch auf kommunaler Ebene eine immer größere Rolle zukommen.

Welche Fördermöglichkeiten für ökologische Bauweise gibt es?

Aufgrund der Tatsache, dass das Bauen unter ökologischen Gesichtspunkten eine hohe Energieeffizienz zum Ziel hat, können Sie für nachhaltige Bauvorhaben zahlreiche Fördermittel in Anspruch nehmen: Staatliche Unterstützung erhalten Sie auf Bundesebene durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW), aber auch durch eine Vielzahl regionaler Förderprogramme. Zudem bieten bestimmte Kreditinstitute Ihnen für ökologische Bauobjekte Darlehen zu besonders günstigen Konditionen an.

Die KfW fördert beispielsweise einerseits unter ökologischen Gesichtspunkten errichtete Neubauten, stellt andererseits aber auch Fördermittel für die energetische Sanierung von Altbauten zur Verfügung. In welchem Umfang ein Bauvorhaben unterstützt wird, richtet sich dabei nach der geplanten Energieeffizienz. Die größtmöglichen Zuschüsse erhalten Sie dabei für den Bau eines Energieeffizienz- bzw. Passivhauses : Hierbei unterstützt die KfW Sie mit Tilgungszuschüssen, die in Abhängigkeit von der Energieeffizienz Ihres Hauses eine Höhe von bis zu 15.000 Euro erreichen können. Möchten Sie die Energieeffizienz einer Bestandsimmobilie verbessern, können Sie außerdem Unterstützung von Seiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch nehmen: Sowohl für energieeffiziente Heizungen als auch für Solarthermie, Photovoltaikanlagen uvm. finden Sie hier Förderung.

Holzbau im Land Baden-Württemberg wird darüber hinaus auch durch die L-Bank, die Förderbank des Landes, gefördert – zumeist durch Kredite mit besonders günstigen Tilgungskonditionen. Zusätzliche Unterstützung für ökologische Bauvorhaben bieten außerdem „Grüne Banken“ oder „Ethische Banken“. Diese Kreditinstitute haben es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen und Projekte zu fördern, die nachhaltig agieren bzw. gestaltet werden. Zu diesem Zweck ermöglichen sie besonders niedrig verzinste Kredite – u.a. für ökologisches Bauen. Um für ein solches Darlehen infrage zu kommen, müssen Sie Ihr Bauobjekt aber zumeist von einer unabhängigen Prüfstelle als ökologisch zertifizieren lassen .

Die beste Beratung für Ihr ökologisches Bauvorhaben

Welche Maßnahmen dazu beitragen können, Ihr Projekt nachhaltig zu gestalten, hängt einerseits von Ihren Plänen bezüglich der Nutzung, andererseits aber auch vom Standort Ihrer Immobilie und von Ihrem Budget ab. Um all diese Faktoren bestmöglich zu vereinen, erfordert jedes ökologische Bauobjekt individuelle Beratung und präzise Planung.

Die beste Beratung zu allen bautechnischen Fragen, zu Fragen der Energieeffizienz und auch zu möglichen Förderprogrammen bieten Ihnen viele Zimmereibetriebe aus Ihrer Region. Um vom Untergrund bis hin zur Verkehrsanbindung alle Umgebungsfaktoren in die Planung einbeziehen zu können, lohnt es sich außerdem, mit der Zimmerei Ihres Vertrauens einen Vorab-Termin vor Ort zu vereinbaren. Insbesondere in Bezug auf die energetische Sanierung eines Altbaus kann Ihnen auch ein Energieberater wertvolle Informationen darüber liefern, wo die Schwachstellen Ihrer Immobilie liegen – und welche Maßnahmen sich dazu eignen würden, diese zu beheben.

Diesen Artikel teilen